Was ist Eisklettern eigentlich?

Beim Eisklettern klettert man an gefrorenen Wasserfällen und Eiswänden mit Hilfe von Eispickeln und Steigeisen.

Der Kletterer schlägt die Spitze der Pickel in das Eis und zieht sich daran hoch. Dann steigt er mit den Füßen und Steigeisen nach.

Eisklettern wird immer beliebter – egal ob an gefrorenen Wasserfällen, Gletschern oder mit Eis überzogenen Felswänden. Viele Kletterer schätzen dabei vor allem die besondere Herausforderung, die das kalte Eis mit sich bringt. Neben allen Spaßfaktoren gibt es beim Eisklettern natürlich auch eine zweite Seite der Medaille: Unfallrisiken.

eisklettern
Beim Eisklettern klettert man an Eiswänden und gefrorenen Wasserfällen hinauf.

Ausrüstung zum Eisklettern: Was braucht man?

Um beim Eisklettern sicher unterwegs zu sein, braucht man spezielle Ausrüstung. Dazu gehört ein Klettergurt und Seile (wie beim normalen Klettern auch) und außerdem ein Heim als Schutz gegen herabfallende Eisstücke. Gegen die Kälte schützen wasserfeste Handschuhe, an den Füßen tragen Eiskletterer Bergschuhe. An den Schuhen werden die Steigeisen befestigt. Das sind Metallzacken, die in das Eis geschlagen werden und so Halt geben.

Dann braucht man zum Eisklettern noch zwei Eispickel, mit denen man sich in das Eis hackt.

Gefahren beim Eisklettern

Eisklettern gilt als sehr gefährlich. Normalerweise sichert man sich gegen Abrutschen, indem ein Kletterer vorweg klettert und Schrauben in das Eis dreht. Daran hängt er das Seil ein und sichert sich so, falls er wegrutscht.

Sehnenverletzungen, Erfrierungen und Blutergüsse beim Eisklettern

Bei einer Umfrage unter 100 Eiskletterern in den Jahren 2006 und 2007 zogen sich etwa 60 Prozent aller Studienteilnehmer Verletzungen zu. Die meisten von ihnen verletzten sich dabei vor allem beim Vorstieg. Zu den häufigsten Verletzungen gehörten nach Angaben der Befragten Teilnehmer Sehnenverletzungen, Erfrierungen und Blutergüsse. Diese Verletzungen zogen sich die Eiskletterer jedoch nur in einem leichten Schweregrad zu. Als häufigste Verletzungsgründe wurden eine falsche Klettertechnik und ein plötzlicher Eisbruch genannt. Insgesamt war das Verletzungsrisiko, im Vergleich zu Sportarten wie Fußball, eher gering. Lediglich sechs Prozent der Teilnehmer des Eiskletterns zogen sich solche Verletzungen zu, die im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten.

Die häufigsten Verletzungsrisiken und Gefahren beim Eisklettern:

  • Durch das Steigeisen und Eisgeräte bestehen Verletzungsrisiken beim Eisklettern, denn diese Geräte sind sehr spitz. Im schlimmsten Fall verliert man sein Steigeisen und der Sichernde bekommt es ab.
  • Auch durch absplitterndes Eis entstehen Gefahren beim Eisklettern. So kann der unten stehende von Eisbrocken getroffen werden.
  • Lawinengefahr: Auch Lawinen spielen beim Eisklettern eine große Rolle. Daher vor der Tour immer den aktuellen Lawinenbericht checken!
  • Rutschgefahr: Schnell ist man auf dem glatten Eis einmal weggerutscht und verliert den Halt. Auch kann durch Erwärmen das Eis schmelzen oder brechen.
  • Übermüdung: Eisklettern ist anstrengend. Durch die hohe Belastung übermüdet der Körper schnell und verliert an Kraft.
  • Mangelnde Sauerstoffversorgung. Eisklettern findet in der Regel in hohen Höhen statt. Dadurch kann die Sauerstoffversorgung eingeschränkt sein.
  • Kälte: Die Kälte beim Eisklettern darf nicht unterschätzt werden. Besonders Hände, Füße und Atemwege sind von Erfrierungen bedroht.
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