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Selbst bei der interessantesten Outdoor-Aktivität knurrt einem irgendwann einmal der Magen. Doch keine Angst, nicht mal ein Alpinist in mehreren Tausend Metern Höhe muss auf eine warme Mahlzeit verzichten. Die Auswahl an Outdoor Kochern für unterwegs ist so vielfältig wie deren Einsatzmöglichkeiten. Egal ob Campingurlaub, Trekkingtour oder sogar Expedition ins Himalaja – für jede Outdoor-Aktivität gibt es ein Überangebot an Camping Kochern. Welches das passende Gerät ist, hängt vor allem von der Art der Aktivität ab.

Liste beim Outdoor Kochen

Camping Kocher kaufen: Darauf solltest du achten!

  • Größe und Gewicht des Outdoor Kochers: Ein Camping-Urlauber mit Auto kann seine Prioritäten auf einen erhöhten Kochkomfort legen und muss nicht so sehr auf Gewicht und Größe des Kochers achten. Seid ihr nur mit dem Rucksack unterwegs, dann solltet ihr auf jeden Fall auf Größe und Gewicht achten.
  • Brennstoff des Outdoor Kochers: Als Brennstoffmaterial heutiger Kochersysteme kommen Holz, Benzin, Gas, Spiritus, Esbit und sogar Solarenergie infrage. Am beliebtesten sind wohl die Gaskocher, da sie unkompliziert und schnell funktionieren. 

Holzkocher – ein bewährtes System hochoptimiert

Holzkocher sind die Dinos unter den Outdoor Kochgeräten. Als die Erdölindustrie noch in den Kinderschuhen steckte, kochten die amerikanischen Wanderarbeiter, Hobos genannt, schon mit Kochern, die nach dem Kamineffekt funktionierten. Heute hat die Industrie diese Art von Outdoorkochern für Outdoor-Aktivitäten optimiert. Die Vorteile liegen in erster Linie darin, dass kein Brennstoff mitgeführt werden muss. Holzkocher guter Qualität verwerten auch feuchtes oder morsches Holz. Die Outdoor Kocher selbst nehmen im Gepäck wenig Platz weg, da sie meist faltbar sind. Auch beim Gewicht können diese Kocher punkten. Mit Werten zwischen 100 und 200 Gramm können sie mit Gaskochern problemlos mithalten. Nachteilig wirkt sich der beschränkte Einsatz in Gebieten mit strengen Brandschutzvorschriften aus. Auch die starke Rauch- und Rußbildung ist nicht jedermanns Sache. Als Einsatzgebiete kommen Holzkocher immer dann infrage, wenn eine Tour über mehrere Tage abseits der Zivilisation durchgeführt wird und keine Möglichkeit für Einkäufe besteht. Wenn sehr viel gekocht wird, weil die Anzahl der Personen dementsprechend groß ist, sind Holzkocher effizienter zu betreiben als ihre mit Benzin oder Gas betriebenen Kollegen.

Camping Kocher Canway – Holzkocher

Holzkocher
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Der Camping Kocher ist aus Edelstahl hersgestellt, dadurch ist er entsprechend langlebig, robust, rostfrei und natürlich hitzebeständig.
  • Der Holzkocher kann im Rucksack bequem transportiert werden.
  • Sehr bequeme und einfache Bedienung.
  • Einfacher Auf- und Abbau.


 

Gaskocher – der Klassiker unter den Outdoor Kochern

Gaskocher stehen in der Beliebtheitsskala ganz oben, weil sie problemlos handhabbar und sparsam im Verbrauch sind. Im Gegensatz zu Holzkochern sind sie sauber in der Anwendung, weil das Butan-Propangas-Gemisch ohne Rückstände verbrennt. Mittels Autoventil können bei den meisten Gaskochern Brenner und Kartusche jederzeit voneinander getrennt werden, was für den Transport und die Aufbewahrung vorteilhaft ist. Nachteilig bei Gaskochern ist, dass die Kartuschen nicht wiederbefüllt werden können. Das belastet vor allem bei Vielkochern die Umwelt und den Geldbeutel. Bei großer Kälte bekommen Gaskocher Probleme, weil Butan bei Temperaturen im Minusbereich keine brennbaren Gase mehr bildet. Deshalb sind diese Kochgeräte vorwiegend für Camping, längere Wanderungen, Biwaks oder Kanutouren geeignet.

Campinggaz Gaskocher

gaskocher
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Der Klassiker: Der Basis-Gaskocher mit Kunststoffgehäuse für Campingaz Stechkartuschen.
  • Leistung: 1.250 W, stufenlos regelbar
  • Gewicht: 280 g; 13,5 x 19cm
  • Siedezeit: 5 Min. 20 Sek


 

Gas-Kartuschen sind überall in den USA/Kanada und Europa erhältlich aber es gibt unterschiedliche Typen von Kartuschen. Bei Auslandsreisen ist ein Adapter empfehlenswert mit dem sowohl Schraub- als auch Steck-Kartuschen verwendet werden können.

Benzinkocher – zuverlässige Outdoor Kocher bei Kälte

Für Benzinkocher spricht die mühelose Brennstoffbeschaffung. Moderne Geräte sind in Bezug auf den Brennstoff sehr vielseitig, da sie mit Gas, Reinbenzin, Kerosin, Diesel, Benzin, Petroleum oder Turbinentreibstoff betrieben werden können. Dafür sorgt ein ausgeklügeltes Düsensystem, was allerdings die Handhabung erschwert. Der Umgang erfordert schon einiges Geschick. Von den in Outdoor Kochern verwendeten Brennstoffen hat Benzin den höchsten Heizwert. Das macht die Geräte sparsam im Verbrauch. Ein großer Vorteil von Benzinkochern ist ihre Funktionssicherheit bei großer Kälte und in großen Höhen. Nachteilig ist die Verstopfungsgefahr der Düsen bei Verwendung von unreinem Benzin. Auch bezüglich Ruß und Geruch sind Benzinkocher gewöhnungsbedürftig. Um Gesundheitsschäden zu vermeiden, sollte möglichst Reinbenzin verwendet werden. Dieses ist frei von Zusätzen wie beispielsweise dem krebserregenden Benzol.

Merstoffkocher Primus Kocher OmniFuel

benzinkocher
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Der OmniFuel II von Primus hat seinen Wert in zahlreichen Expeditionen unter Beweis gestellt und nicht umsonst zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Der Mehrstoffkocher ist extrem robust, zuverlässig und nicht pingelig bei der Brennstoff-Wahl.
  • Der Kocher lässt sich problemlos mit Gas, Benzin, Diesel, Petroleum und Kerosin betreiben.
  • Robuster Kocher.
  • Einfache Bedienung.

 


 

Spirituskocher – zuverlässiger Outdoor Kocher

Spirituskocher verwenden als Brennstoff Ethanol. Dieses hat von den bei Outdoor Kochern verwendeten Brennstoffen den geringsten Heizwert. Deshalb sind große Kochorgien mit diesen Geräten nicht möglich. Sie eignen sich eher für das Erwärmen vorgekochter Mahlzeiten oder der Zubereitung von Heißgetränken. Die Industrie hat Spirituskocher so weit optimiert, dass sie bei Campingfreunden oder Rucksacktouristen noch immer sehr beliebt sind. Vor allem die Trangia-Kochsysteme erreichen eine vernünftige Effizienz durch optimalen Windschutz. Beim Gebrauch entstehen keine giftigen Gase, sodass sie auch in geschlossenen Räumen (Zelt) einsetzbar sind. Da diese Geräte weder Düsen noch Drucksysteme benötigen, sind Defekte kaum denkbar. Leichte Handhabung und Zuverlässigkeit sind ihre positiven Seiten. Bei extremen Bedingungen wie großer Kälte bekommen sie allerdings Probleme. Hier bedarf es schon sehr viel Erfahrung, um den Spirituskocher in Gang zu bringen. Der Spiritus muss vorgewärmt werden oder mit Wasser leicht verdünnt werden, was seine Heizleistung allerdings weiter einschränkt. Beim Nachfüllen ist größte Vorsicht geboten. Es kommt immer wieder zu Unfällen, weil der leicht entzündliche Spiritus bei Kontakt mit dem heißen Brenner zur Stichflammenbildung neigt.

Dometic ORIGO 1500 Spirituskocher

spirituskocher
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Robuster, gut zu bedienender Spirituskocher.
  • 1-flammiger Spirituskocher als freistehendes Modell
  • Einfach zu reinigende, abnehmbare Topfaufsätze
  • Leistung Brenner 2000 Watt

 

Esbitkocher – kochen mit Trockenbrennstoff

Diese Geräte verwenden Trockenspiritus in Tablettenform als Brennstoff. Somit gilt für sie dasselbe wie für Spirituskocher – geringer Heizwert, aber leicht handhabbar und zuverlässig. Wer also nur ab und zu in der Natur unterwegs ist und lediglich eine Mahlzeit erwärmen oder eine Tasse Tee zubereiten möchte, für den reicht ein Esbitkocher allemal. Sie punkten vor allem in den geringen Anschaffungskosten.

Esbit Trockenbrennstoff-Kochset

esbitkocher outdoor
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Kompaktes Kochset mit sehr geringem Packmaß, aus extrem leichten hartanodisiertem Aluminium.
  • Inklusive Deckel und Stand
  • Ideal für Kurzreisen zum Kochen von Wasser (z.B. für Getränke oder „Convenience Food“) und Erwärmen von Speisen und Getränken
  • Topf mit Volumenanzeige in ml und oz


Welcher Kocher für welche Tour

Ohne Details zu kennen ist das schwer zu sagen, aber ich wage trotzdem mal eine grobe Bestimmung für die Outdoorküche:

  • Bergtouren: Benzinkocher (weil die Temperaturen unter 0 fallen können)
  • Längere Touren – Trekkingtouren, Radtouren, Camping oder Klettern: Gaskocher (geringes Gewicht)
  • Radtouren, Trekking, Backpackingtouren mit Komfort beim Tragen: Spirituskocher
  • Weltreise: Mehrstoffkocher

Vorsicht bei Flugreisen – hier ist die Mitnahme von brennbaren Flüssigkeiten und Gaskartuschen verboten.

Fazit

In Bezug auf Funktionalität erfüllen die meisten Outdoor Kocher das, wofür sie gemacht wurden. Viele Outdoor Kocher sind allerdings ausschließlich für bestimmte Aktivitäten konzipiert. Die Produktpalette ist wie immer groß und alle Typen weisen Stärken und Schwächen auf. Wer sich also einen Outdoor Kocher zulegen möchte, hat die Qual der Wahl. Für Einsteiger empfiehlt sich als Erstgerät ein einfacher und zuverlässiger Kocher. So können Fehlkäufe vermieden werden. Später kann dann auf einen Hightech-Profi-Kocher umgestiegen werden.

Ich persönlich würde einem Einsteiger einen Gaskocher empfehlen, auch für fortgeschrittene Abenteurer ist das oftmals eine passende Wahl. Ansonsten ist das oben erwähnte Esbit Spirituskochersystem eine optimale Grundlage um sich an das Thema ranzuwagen. Selbstverständlich ist das auch immer von der Tour abhängig.

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